Roadmaps gibt es genug. Was fehlt, ist jemand der baut. Ein Bericht darüber, was in KI-Projekten wirklich schiefläuft.
Die meisten KI-Projekte scheitern nicht daran, dass das falsche Modell gewählt wurde. Sie scheitern daran, dass nach dem Beratungsabschluss niemand mehr da ist, der das System zu Ende baut. Der Berater liefert eine Roadmap, das Unternehmen nickt - und dann kommt der Alltag. Tickets, Urlaubsvertretungen, das laufende Geschäft. Die KI-Initiative schiebt sich nach hinten. Bis niemand mehr fragt.
Ich kenne das Format: Zwei Tage, gute Stimmung, volle Whiteboards. Dann ein Handbuch. Dann Stille. Der Fehler liegt nicht im Konzept des Workshops - er liegt darin, dass das Ergebnis eine Präsentation ist statt ein System. Deshalb endet bei mir jeder Workshop mit etwas, das am Montag danach tatsächlich läuft. Kein Ausblick. Keine Hausaufgaben. Ein Ergebnis.
Beratung ohne Umsetzungserfahrung ist Theorie. Man kann Prozesse analysieren, Marktübersichten erstellen, Entscheidungsmatrizen aufbauen - und trotzdem nicht wissen, wie ein Automatisierungs-Workflow wirklich verhält, wenn die API um drei Uhr nachts ein Timeout wirft. Diesen Unterschied merken Unternehmen spätestens dann, wenn sie anfangen zu bauen.
„Bei uns geht das wegen DSGVO nicht" ist der häufigste Satz, den ich höre, bevor ein Projekt startet - und meistens stimmt er nicht. Leistungsfähige, datenschutzkonforme Systeme existieren: self-hosted, auf deutschen Servern, mit vollständigen Auftragsverarbeitungsverträgen. Wer DSGVO als Verhinderer nutzt, hat meistens noch nicht genau hingeschaut. Oder will nicht anfangen.
Strategie ist wichtig. Aber Strategie ohne laufendes System ist Wunschdenken. Der Wert entsteht in dem Moment, in dem der erste Prozess automatisch läuft, die erste Stunde gespart wird, der erste Mitarbeiter das neue Werkzeug nutzt und nicht mehr zurückwill. Bis dahin ist alles Vorbereitung. Notwendige Vorbereitung - aber noch kein Ergebnis.