Agentic Commerce: Wenn die KI nicht mehr empfiehlt, sondern abschließt
ChatGPT, Perplexity und Amazon Rufus vergleichen Angebote inzwischen selbst - und führen den nächsten Schritt gleich mit aus.
Die Shopping-Funktionen der großen KI-Anbieter sind aus dem Versuchsstadium heraus. Wer in ChatGPT nach einem Produkt fragt, bekommt keine Linkliste, sondern eine Gegenüberstellung mit Preis, Verfügbarkeit und Bedingungen. Perplexity hängt an seine Antworten Kaufoptionen an, Amazon Rufus beantwortet Produktfragen direkt im Shop. Der Schritt vom Vergleich zur Bestellung ist dabei nur noch eine Bestätigung.
Im B2C ist das bereits Alltag. Im B2B-Mittelstand ist es das nicht, und es wird es auch nicht über Nacht. Was sich aber jetzt schon verschiebt, ist die Stufe davor: die Anfrage. Ein System, das für einen Nutzer eine Leistung vergleichen soll, braucht Angaben, mit denen sich rechnen lässt - Leistungsumfang, Grenzen, Fristen, Preisstruktur. Ein Fließtext, in dem steht, dass Sie individuell beraten, lässt sich zitieren, aber nicht vergleichen.
Das ist der eigentliche Unterschied zu heute. Bei GEO reicht es, dass ein Modell Ihre Aussage übernehmen kann. Beim Agentic Commerce muss es Ihre Aussage neben die von drei anderen legen können. Wo dabei ein Feld leer bleibt, fällt der Anbieter aus der Tabelle - nicht weil er schlechter ist, sondern weil er nicht einsortierbar war.


